
Personalstamm reicht nicht aus, Nachwuchs soll in der Gauliga des Märkischen TG Wettkampferfahrungen sammeln.
Kierspe – Die Zeichen hatten sich verdichtet, nun ist es amtlich: Der TSV Kierspe meldet 2027 keine Landesliga-Riege mehr für den Wettkampfbetrieb im Westfälischen Turnerbund. Beim Tabellenfünften der Vorsaison fehlt es an Personal. Das Gros des Nachwuchses hat sich inzwischen im Oberliga-Team festgeturnt – und die junge Garde ist noch nicht so weit.
„Der TSV Kierspe wird in dieser Saison keine Landesligamannschaft auf die Matte bekommen. Schade, aber der Personalstamm reicht dieses Jahr nicht aus“, hat Trainer Uwe Hütz am Wochenende die Ligaleitung und die Gegner über den Kiersper Schritt informiert.
Konkret hätten Hütz für die neue Saison lediglich Jona Fey, Leon Siegmund und Tim Schmitter als fest einzuplanendes Personal zur Verfügung gestanden. Elias Gundermann hätte man in den letzten beiden Oberliga-Wettkämpfen noch so schonen können, dass dieser im nächsten Jahr noch Landesliga hätte turnen dürfen. Doch auch zu viert wäre noch keine Basis da gewesen. Durch die erfolgreiche Integration von Konrad Pempe, Marlon Ortolano, Flynn Schacht, aber auch Siegmund und Gundermann ins Oberliga-Team gehen der Landesliga-Riege die Turner aus.
Pempe, Ortolano und Schacht sind angesichts des Aderlasses in der Oberliga zu Vielturnern geworden. Jendrik Lange in der 2. Bundesliga im Ruhrgebiet, Konrad Brandts in der 3. Liga in München, dazu die unglückliche Fügung, dass André Bienlein nach einem Drittliga-Engagement und der Rückkehr nach Kierspe in dieser Oberliga-Saison noch nicht wieder für den TSV starten durfte. Und natürlich die Einschränkungen bei einem langjährigen Leistungsträger wie Tobias Langwald, der noch bestimmte Geräte turnen kann. All das hat in Summe dazu geführt, dass die junge Garde oben zum Stammpersonal geworden ist und nun unten fehlt.
„Dass André Bienlein noch nicht wieder für uns turnen durfte, ist absolut regelkonform, aber für uns war das natürlich ganz bitter“, sagt Hütz – mit Bienleins Einsätzen hätten andere dosierter ans Gerät gebracht werden können. Sei’s drum: Dass die Youngster inzwischen „oben“ echte Leistungsträger sind, ist auch ein Kompliment für die gute Nachwuchsarbeit am Büscherweg.
Die soll nun bei Wettkämpfen von einer anderen Liga profitieren: Auch 2027 wird der TSV Kierspe wieder eine Riege in der Gauliga des Märkischen Turngaus an den Start bringen. Diese Liga ist westfalenweit offen ausgeschrieben und bietet gerade für noch jüngere Turner eine gute Möglichkeit, erste Wettkampferfahrungen zu sammeln. Aber auch für Erwachsene ist die Liga, die ein ganz speziell zugeschnittenes Wertungssystem hat, offen. Für die Kiersper ist sie nun erst einmal die sportliche Heimat, in der der Nachwuchs herangeführt werden soll ans Ligaturnen – um dann am Ende die nächste Generation für die Oberliga zu stellen. Aber bis dahin ist noch reichlich Zeit.
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Vom 27.10.2026