Handball-Ruhestand nach mehr als 50 Jahren

Nach mehr als einem halben Jahrhundert Vorstandsarbeit ging´s am Montagabend für Bruno Schubert (links) in den Handball-Ruhestand. Aus den Händen von SG-Leiter Dietmar Bliewernitz gab’s zum Abschied einen Präsentkorb.
Bildquelle: Thomas Busch
Der 75-jährige Kassenwatt der SG Kierspe-Meinerzhagen wurde verabschiedet. Nach mehr als einem halben Jahrhundert Vorstandsarbeit ging’s für Bruno Schubert in den Handball-Ruhestand.
Kierspe — Die Jahreshauptversammlung als solche war eine der unspektakulären Art. Die SG Kierspe Meinerzhagen, seit 2004 existierende Spielgemeinschaft der Handballabteilungen des TSV Kierspe und des TuS Meinerzhagen, hatte für den Montag dieser Woche in die „Jahn-Klause“ am Haunerbusch geladen.
Abgearbeitet wurden die obligatorischen Regularien, und positiv war die Grundstimmung, was in die Wiederwahl von SG-Leiter Dietmar Bliewernitz und jene des bereits stark im Nachwuchsbereich engagierten Arne Freiberg zum stellvertretenden Jugendwart mündete. Erfreulich ist neben dem Last-Minute-Klassenerhalt des Bezirksliga-Frauenteams besonders die Entwicklung der SGKM-Youngster: Voraussichtlich werden die Handballer aus dem oberen Volmetal mit der stolzen Zahl von 16 Mannschaften in die Saison 2026/27 gehen können.
Die eigentliche Hauptfigur des Abends war jedoch einer, der nicht im Verdacht steht, das Rampenlicht zu suchen, und das alles andere als überraschend auch am Montag nicht tat: Bruno Schubert, inzwischen 75 Jahre alt und im Kiersper Handball längst ein Teil des Inventars. Zwölf Lenze zählte er, als er seine Leidenschaft für die damals noch auf dem Feld ausgeführte Sportart entdeckte. Dieser blieb Schubert nach deren Wechsel unters Hallendach genauso treu wie seinem Verein: Dem TSV Kierspe bzw. dessen Vorgänger TV Kierspe 79 gehört er seit mittlerweile 66 Jahren an.
Als er in den 70er-Jahren in den Abteilungsvorstand der TVK-Handballer rückte, stand Bruno Schubert noch selbst auf der Platte. Dort als Kreisläufer unterwegs, lag sein Tätigkeitsbereich abseits der Spielfläche auf der Hand: Geld und Zahlen waren das Ding des Bankangestellten, und so übernahm er folgerichtig das Amt des Kassenwarts. Einen Posten, den er nach dem Zusammenschluss mit den Handballern aus der Nachbarstadt dann auch in der SG Kierspe-Meinerzhagen ausübte — bis zum Montag dieser Woche. An jenem 11. Mai 2026 wurde der zweifache Familienvater und zweifache Großvater nach mehr als 50 Jahren Vorstandsarbeit nämlich auf eigenen Wunsch in den Handball-Ruhestand verabschiedet. Eigens zu erwähnen, dass es aus der Versammlung stehende Ovationen gab, ist fast müßig.
Zu Schuberts Nachfolgerin wurde Amelie van Dorsten gewählt, doch aus der Kiersper Handball-Welt ist deren langjähriger Herr der Zahlen damit nicht: Die Heimspiele in der Felderhof-Sporthalle wird er auch ohne Vorstandsamt nach wie vor verfolgen. Denn Heimspiele ohne Bruno Schubert, der künftig unterstützend im Ältestenrat des TSV Kierspe mitarbeiten möchte, sind längst nicht nur für den Schreiber dieser Zeilen praktisch undenkbar.
Quelle: Come-on.de; 13.05.2026, 20:00 Uhr Von: Thomas Busch